Der Bewegungsparcour als unterstützende Therapie zur Überwindung einer Bilateralintegrationsschwäche

zählt zu den sensomotorisch-perzeptiven Behandlungen.

Die Kinder die eine eindeutige Dominanz nicht entwickelt haben, bei denen die Kommunikationen der beiden Hemisphären über das Corpus Calosum eingeschränkt oder ungünstiger verschaltet ist, fallen mit unterschiedlichen Symptomatiken auf, die meist in verschiedenen Kombinationen auftreten.

Häufig habe ich diese mit einer motorischen Unruhe und Konzentrationsstörungen beobachtet, sowie mit einer Sprunghaftigkeit in der Ideenbildung und LRS oder Dyskalkulie.

Andere Auffälligkeiten können sein: Probleme in der Wahrnehmung des Raumes bis hin zu aggressiven Verhalten. Oder aber das Kind ist in seinem Verhalten sehr sprunghaft und macht es dadurch anderen Kindern beim Spielen schwer. Dadurch kann es zu Interaktionsschwierigkeiten kommen, die dann die betroffenen Kinder im Kindergarten oder in der Schule isolieren.

Bilat1.WMV    Film (der Ton ist leider mäßig)

Bilat2.WMV    Film

In diesen beiden Filmbeiträgen soll nun auf  Möglichkeiten der Behandlung solcher Kinder durch ein Bewegungsangebot aufmerksam gemacht werden. Dabei werden verschiedene Situationen angeboten, in denen sich das Kind selber aussuchen kann, welche Extremitäten der Körperhälften es benutzen kann. Wichtig ist bei diesen Angeboten, dass das Kind beide Seiten einsetzen muss.

Das Setting wird wie in der SI-Therapie gestellt und das Kind benutzt die eigenen Ideen und den Innerdrive um die Gegenstände für sich zu nutzen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden unbewusst integriert und abgespeichert. Der Beste ist der eigene Weg und der soll gefunden werden. Dieses ist frei nach den Ansätzen der SI-Therapie klientenorientiert.

Dabei gibt es sicherlich auch gute kinesiologische Möglichkeiten die Integration der beiden Hemisphären zu unterstützen und zu verbessern. Dieses sollte bei diesen Kindern grundsätzlich mit angeboten werden um bestimmte sinnvolle Verschaltungen über das Corpus Callosum zu bekommen. 

Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass motorische Defizite durch grob- und feinmotorische Arbeiten in der Werkstatt gut auf eine Behandlung im Bewegungsraum vorbereiten können. Die Werkstatt hat immer den Vorteil Handlungen und Bewegungen sequenzieren zu müssen.

Direktes Arbeiten an der "dominanten" oder "pseudodominanten" Seite kann ich nicht empfehlen (es sei denn das Kind muss Umgeschult werden). Häufig haben die Kinder, die älter als 7 Jahre sind, gewisse Erfahrungen über ihre motorische Ungeschicklichkeit gesammelt und sie verstehen es therapeutische Anforderungen zu umschwimmen.

Sie sind schon Meister in der Vermeidung von Bewegungen geworden und kompensieren stetig. Hier kann gezielte Therapie erlernte Kompensationen manifestieren.

Das Schöne an diesem Videobeiträgen ist, dass man beobachten kann, wie das Kind selber immer wieder beide Seiten ausprobiert. Dieses kann das Kind nicht oft genug wiederholen. Das sind genau die Erfahrungen auf die das Kind später unbewusst zurückgreifen wird ohne in der Therapie jemals dazu direkt genötigt worden zu sein (dieses steht nicht im Bezug zu einer Umschulung der Händigkeit).

Somit ist Vorraussetzung für eine solche Behandlung, der ständige Erfolg des Kindes an den einzelnen Aufgaben. Große Ziele zu setzen hat sich bei mir als vorteilhafter erwiesen als einzelne Sequenzen ständig zu wiederholen um sie damit zu automatisieren. Einige Sequenzen stellen eventuell zum Schluss dann doch nur Leistungsinseln dar, mit denen das Kind nur schlecht "spielen oder improvisieren" kann.

Es ist gut, das Improvisieren gleich richtig zu lernen. Ich weiß, das beim Thema Schreiben und Lernen sich darüber die Geister scheiden. Da die Schule auf bestimmte Kompetenzen nicht warten will und das schnelle effiziente Training von z. B. Feinmotorik praktizieren muß.

Ich finde: Hier sollte man schauen, wie alt das Kind ist und wie viel Zeit es tatsächlich noch hat um bestimmte Ziele erreichen zu müssen. In der Regel lässt sich Emi Pickler zitieren, die vereinfacht sagte: "Lasst den Kindern Zeit!"

Zurück zum Start